Nanu im Training

  • Dank unseres letzten Online-Seminars hat sich Nanus Aktivitätsniveau und Arbeitswillen wirklich enorm gesteigert. Trotzdem muss ich immer noch ganz stark auf Stimmungskiller wie Korrekturen oder verpasste Belohnungen aufpassen. Auch ein angebotenes Spiel, wenn sie grad keine Lust drauf hat, kann immer noch schnell zu Schnüffelei führen. Glücklicherweise kann ich das inzwischen ganz gut einschätzen.


    Im Moment versuche ich die Dauer der leckerliefreien Zeit zu steigern, sodass wir irgendwann mal eine Prüfung durcharbeiten können ohne die Laune dabei zu verlieren. Ich habe das Gefühl, dass es Nanu unglaublich hilft, wenn ich ihr ankündige, dass jetzt eine längere Zeitdauer gearbeitet werden muss. Das versuche ich über Rituale.
    (Übrigens ist auch es für den Menschen gut genau zu wissen, dass man sich grade im Verkettungstraining befindet, weil es einem dann viel leichter fällt über kleine Fehler auch mal hinwegzusehen, weil der Schwerpunkt ja in dem Fall ganz woanders liegt.)


    Am Montag hab ich das erste Mal zu unseren Ritualen am Anfang und auch am Ende das Kommando "geh schnuppern" dazu genommen. Vielleicht hat sie so weniger das Gefühl, dass sie etwas am Boden verpasst. Das Schnüffeln verbieten kann ich ihr eh nicht, also versuche ich es so kontrolliert wie möglich mit einzubauen in mein Training.


    Es folgt ein Warmup auf Beton. Da brauch ich keine Sorge wegen Ablenkung haben und kann Leckerlies werfen ohne dass sie ewig danach suchen muss. Ringbegrenzung ist der Übergang zum Gras. Dort machen wir dann unsere "Arbeit". Hinterher gibts eine hochwertige Belohnung. Wobei ich da noch nichts wirklich wirklich wirklich hochwertiges für Nanu gefunden habe. Sie findet alles gut, aber es gibt bisher auch nichts, weil sie so richtig find den Socken haut, wofür sie alles tun würde.


    Ich habe die Hoffnung, dass ich Nanu so vermitteln kann, dass auf bestimmte Zeichen/Rituale hin ein längeren Stück Arbeit, aber auch eine sehr hohe Belohnung folgt und sie dadurch die Spannung halten kann.


    Wenn andere zu diesem Thema auch noch Gedanken und Ideen haben, würde ich mich sehr über einen Austausch freuen. Nanu ist eine echte Herausforderung. Aber seit ich ungefähr weiß wie ich sie zu handeln habe, macht das Training mit ihr nur noch Spaß. <3


  • Gestern waren die Hunde und ich shoppen. Eigentlich wollten wir nur schnell ein paar Hirschgeweihe zum Knabbern kaufen, aber ich konnte nicht wiederstehen. Sie hatten Lachs-Barf da. Das sah unwiderstehlich aus und selbst tiefgefroren war Nanu höchst interessiert dran. Also durfte sie sich Abends ein wenig davon als Jackpot verdienen. Vorher etwas Warmup und Wiederholung um dann Apport und etwas Fuß miteinander zu verknüpfen.


  • Ich danke euch! Jetzt fängt sie zwar immer mehr zu jammern an, aber wenn das der Preis für diese tolle Aufmerksamkeit ist, kann ich gut damit leben. Und bislang hat sie noch bei jedem neuen Lernschritt "getönt" und das hat sich dann immer wieder gelegt. Also schauen wir mal wie sich das entwickelt und ob wir irgendwann daran arbeiten müssen. Ich will mir diese schöne Arbeitsfreude auch nicht kaputt trainieren.

  • Das finde ich eine gute Einstellung, Christin!


    Ich neige auch gerne dazu Dinge zu "verschlimmbessern". (War schon immer so :/ )


    Und es ist ja auch dieser Balanceakt zwischen Korrektheit und freudiger Arbeit, die das Obedience so unglaublich faszinierend macht ... zumindest für mich! :love:

    liebe Grüße
    Jana mit Lipizzaner Kolja und Eleve Souri :)


    "one man's craziness is another person's reality."
    (Tim Burton)

  • Ich durfte heute als Gast in einem Verein trainieren und wurde sogar einmal durch die englische Prebeginner Klasse gestewardet (Danke Miri!!!). Bis auf die eine oder andere Szene bin ich wirklich mehr als zufrieden mit dem Mötzchen. Vor wenigen Monaten hätte von so einer Arbeitsfreude noch geträumt. :)


  • Also Christin, mal ehrlich das ist doch ein neuer Hund, oder??? :D
    Wenn nicht, dann Hut ab was ihr beiden zusammen erreicht habt, nicht mehr zu vergleichen.


    Ich freue mich für dich, macht weiter so. Ist wirklich schön anzuschauen.

  • Hahaha. Hast recht. Jetzt kann ich's ja sagen. Nanu hat nicht gefallen und ging zurück zur Züchterin und wurde ausgetauscht.


    Nee, mal im ernst. Die kleine Schnüffelattacke vor der Freifolge hat sie ja verraten. Aber hast schon recht. Sie hat sich so toll verändert, in ihrer gesamten Grundstimmung. Ich bin ganz glücklich.

  • Also ich denke ja auch, dass dies ein anderer Hund sein muss!!!
    So eindeutig verraten finde ich das nicht!!


    Ich freue mich riesig, dass ihr beiden einen Weg gefunden habt, gemeinsam so viel Freude zu haben.
    Man sieht euch den Spaß einfach an. Toll!!!

    Nici mit Arik von der Silberstadt (Hovi) und mit Kayla (Quite of a bit of groovy magic from carolyns home - Border Collie)

  • Zitat

    Die Veränderung habt ihr nur durch das Online Seminar geschafft?


    Mmmh. Wenn man es genau nimmt, irgendwie schon. Wenn man sich das Vorher-Video ansieht (

    ), dann kann sich jeder vorstellen wie kurz ich davor war, den Hundesport ganz aufzugeben. Das war irgendwann einfach zu viel Frust. In dem Onlineseminar haben wir einfach einige Knöpfe an Nanu gefunden (was natürlich auch Ausdauer und Kreativität meinerseits forderte und nicht von jetzt auf gleich da war), mit denen ich besser zu ihr durchdringen konnte. Und auch heute noch ist es viel probieren und immer eine Gradwanderung zwischen Detailgenauigkeit und Arbeitsfreude, die ein Training mit ihr nicht leicht macht. Ich gehe einfach sehr viel strukturierter in allem vor als ich es vorher eh schon gemacht habe. Also um auf deine Frage zurückzukommen. Es war nicht nur das Seminar. Aber das Seminar hat neue Motivation und neue Ansätze gegeben und war für uns einfach das Richtige zur perfekten Zeit. Manchmal macht schon der veränderte Blickwinkel (nämlich nicht mehr nur aus Obi-Sicht) viel aus.

  • Ich habe heute mal unsere Fußarbeit gefilmt und bin irgendwie nicht so richtig glücklich mit Nanus Position. Sie schwankt schon ganz schön, ist weit in den Rechtswinkeln/wendungen und überdreht in den Linkswinkeln. Teilweise läuft sie 2-spurig, aber nicht immer. Da müssen wir nochmal in den Feinschliff. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich sie so gut wie nie korrigiere und die letzten Monate immer nur Spaß Spaß Spaß trainiert und auf Exaktheit nicht ganz so viel Wert gelegt habe, obwohl es mir selbst eigentlich schon sehr wichtig ist. Aber gut, ich liebe Fußarbeitstraining und so haben wir halt weiterhin immer was zu tun. ;)


  • Na, das ist schon ziemlich klasse. Und mit der Energie, die sie zeigt, wirst Du auch unproblematisch an den Feinschliff gehen können. Die Frage ist ja vielleicht eher, wie Du ihr zeigen willst, was richtig bzw. falsch ist. Vielleicht einfach zurueck zu 1, 2, 3 Schritt und erstmal belohnen, was richtig ist (ist nur der erste Schritt richtig, dann machst Du eben viermal hintereinander nur einen Schritt mit Belohnung). Wenn Du dann den nächsten Schritt oder zwei dranhängst und da etwas falsch wird, kannst Du abbrechen (spielerisch, Du gewinnst die Belohnung), und vom gleichen Ausgangspunkt wieder loslegen, langsam (!) gehen, und nun muss sie mitdenken, was Du willst. Du hast es ja zuvor mehrfach belohnt, also sind ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie es richtiger macht.


    Wichtig meiner Meinung nach: langsam (laaaaaaaaaaaaaaaaangsam) gehen, und erstmal mehrfach belohnen, was Du willst, und vielleicht auch so belohnen, dass es verstärkt was Du willst. Also z.B. wenn sie leicht mit dem Hintern nach links driftet beim Geradeausgehen, legst Du eine externe Bestätigung links von Euch und sie darf nach 1 Schritt auf Freikommando dorthin. Nach 3-5 Mal wiederholen gehst Du zwei Schritte, und baust so langsam auf.

  • Ja, da bin ich erstmal mit dir einer Meinung. Heute morgen hab ich gleich getestet wie es mit nur wenigen langsamen Schritten aussieht. War schon viel besser. Aber ich glaube, das lag eher daran, dass sie einfach noch nicht so hochgepushed war, sondern wir einfach ohne Aufwärmen oder sonstwas schnell die Frühstückskekse verclickert haben. Aber wenn das hilft, bitte! Wird langsamer Schritt halt erstmal auf diese Weise trainiert. Wenn sie erregter ist und sich so richtig "Mühe gibt", ich glaube, dann kommt das Po-Schwanken am allereehsten. Sie will wohl einfach viel Aktion zeigen, weil das in den meisten Fällen ja auch immer gut belohnt wird.


    Ich seh halt nur ein Problem, wenn ich sie immer nur für wenige Schritte belohne und zwar den Takt. Nanu hatte anfangs Schwierigkeiten gleich den Takt zu finden und das kommt auch noch häufiger mal vor. Wenn ich jetzt meine Prioritäten verschiebe und nur noch auf den Po schaue (jetzt mal übertrieben gesagt), befürchte ich, dass das dann wieder ein Problem werden könnte. Aber was hab ich für ne Wahl. Irgnewie muss ich ja daran arbeiten. Und man kann ja nicht immer alles gleichzeitig, sondern muss dem Hund schon zeigen, was man meint und wie man es gern hätte.


    Das mit der externen Belohnung werde ich definitiv auch testen demnächst. Auf die Art und Weise hab ich das noch nie gemacht, aber klingt einleuchtend.


    Ich dank dir für deine Hinweise! (Und bald ja auch im realen Leben. Juhuuu!)

  • Wenn sie erregter ist und sich so richtig "Mühe gibt", ich glaube, dann kommt das Po-Schwanken am allereehsten. Sie will wohl einfach viel Aktion zeigen, weil das in den meisten Fällen ja auch immer gut belohnt wird.


    So ist das bei Edda auch. Es ist aber generell fuer viele Hunde einfacher, gut zu gehen, wenn wir langsamer unterwegs sind, da sie dann mehr Zeit haben, auf die Position zu achten, gehen wir schneller, ist das Hauptaugenmerk darauf, neben uns zu bleiben. Daher finde ich es beim Aufbau hilfreich, langsam zu arbeiten.


    Kannst ja auch mal versuchen zu gucken, ob Du das Po-Schwanken unbewusst beeinflusst. Bei Edda habe ich gemerkt, relativ spät, dass es bei mir reicht, dass meine Augen etwas nach links gucken, dann denkt sie, wir schwenken links und dreht schon mal vorsorglich ein. Bei ihr muss ich sehr bewusst entspannt und richtig gehen, mit ruhigem Körper. Edda ist ja näher an mir dran, aber auch bei Nanu könnten unbewusste Bewegungen Deinerseits von ihr falsch interpretiert werden?!


    Zitat von Lemmy

    Ich seh halt nur ein Problem, wenn ich sie immer nur für wenige Schritte belohne und zwar den Takt. Nanu hatte anfangs Schwierigkeiten gleich den Takt zu finden und das kommt auch noch häufiger mal vor. Wenn ich jetzt meine Prioritäten verschiebe und nur noch auf den Po schaue (jetzt mal übertrieben gesagt), befürchte ich, dass das dann wieder ein Problem werden könnte. Aber was hab ich für ne Wahl. Irgnewie muss ich ja daran arbeiten. Und man kann ja nicht immer alles gleichzeitig, sondern muss dem Hund schon zeigen, was man meint und wie man es gern hätte.


    Du sollst sie ja nicht "immer" nur fuer wenige Schritte belohnen, sorry wenn ich da undeutlich war. Der Gedanke ist, erstmal ein paar Wiederholungen in langsamen Tempo mit der richtigen Position zu machen, damit der Hund dann, wenn ich abbreche, besser versteht, warum ich abbreche. Dann kann man schon relativ schnell die Herausforderung steigern (denn der Hund soll ja mitdenken und verstehen, was gefragt ist), aber generell ist wie gesagt das "Erklären" fuer den Hund einfacher in langsameren Tempo. Und andererseits hast Du auch recht, dass wir selten alles gleichzeitig beachten können. 8)


    Musst sowieso schauen, was fuer Euch passt - ein kleiner Hund ist da schon eine andere Herausforderungen als ein grosser, insofern weiss ich im Grunde nicht, wovon ich rede. ;)

  • Zitat

    aber auch bei Nanu könnten unbewusste Bewegungen Deinerseits von ihr falsch interpretiert werden?!


    Definitiv! Nanu ist auch sehr sensibel, was meine Körpersprache angeht und auf so manchem Video hab ich das Gefühl, ich sei vielleicht selbst betrunken gewesen und ich bin so geschwankt. Ja, da muss man wohl einfach mal genau schauen. Ich bin auf jeden Fall im Moment sehr motiviert, dieses Problem endlich anzugehen. Ans langsame gehen hab ich mich immer nie so recht rangetraut, weil ich immer nicht genau wusste, wie ich es beim kleinen Motz angehen sollte, weil dann einfach sofort mehrere Baustellen gleichzeitig aufkamen. Aber nützt ja nix. Irgendwann muss ich ja. ;)

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